Kuchen-Legenden seit 1922

Am 22. März 1922 begann eine Familientradition, die wir mit dem Café Thein fortsetzen möchten.

 

Mit der Erteilung der Konzession am 22. März 1922, die den Betrieb eines Cafés mit dem Wortlaut "alkoholfreies Kaffee "Davos"", ausgehändigt vom Badischen Bezirksamt Pforzheim, übernahmen meine Großeltern, Konditormeister Karl Thein mit Ehefrau Margarete Thein, das Café Davos in Dillstein, einem kleinen Vorstadtbezirk von Pforzheim.

Dieses Café befand sich bei der Übernahme in schlechtem und etwas verrufenem Zustand.

 

In kürzester Zeit brachten meine Großeltern mit viel Arbeit und großem Optimismus das Café Davos zu großer Blüte und Beliebtheit, und vor allem gewannen sie mit Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und sehr guter Qualität der angebotenen Kuchen und Kaffeespezialitäten in kurzer Zeit viele Stammgäste.

 

Am 28. März 1924 wurde die zuvor erteilte Konzession mit dem Zusatz erweitert: "Ausschank von Flaschenbier, Wein und Spirituosen im bisher alkoholfreien Kaffee "Davos"", was natürlich für den Betrieb eine Aufstockung des Angebotes bedeutete. Die Konzession wurde mit der Bedingung "Die Aufstellung von Geld- und Sachspielautomaten ist verboten." erteilt.

 

In den 1920er und 1930er Jahren wurde das Café Davos mehr und mehr vergrößert, so dass Mitte der 1930er Jahre ein Endausbau von 350-400 Gästesitzplätze, verteilt auf 4 Freiterrassen und 2 Gasträume erzielt wurden.

 

In dieser Blütezeit waren bis zu 20 Servicekräfte (damals hießen sie noch "Bedienungen") gleichzeitig tätig, um nicht nur durch sehr gute Qualität der Angebote, sondern auch durch hervorragenden Service die Gäste zu überzeugen.

 

In dieser Zeit wurde mein Großvater zum Konditor-Obermeister ernannt, was natürlich dem Café eine besondere Note und Anerkennung einbrachte.

 

Mit der fast vollständigen Zerstörung Pforzheims am 23. Februar 1945 und dem frühen Tod meines Großvaters zum Jahresende 1945 begann die Verkleinerung des Unternehmens, da meine Oma den Betrieb weiterführte, um nach den Kriegswirren weiterleben zu können.

Die behördliche Genehmigung, dass meine Großmutter das Café Davos weiter betreiben darf, wurde am 15. Dezember 1945 vom städtischen Ernährungs- und Wirtschaftsamt Pforzheim erteilt.

 

Damit war der Weg frei für den weiteren Betrieb des Café Davos und Sicherstellung der Existenzfrage für meine Oma.

 

Dank der Treue der in Glanzzeiten gewonnenen Stammgäste war die Fortführung des Cafés auch möglich, und so hatte das Café Davos bis zum 1. April 1963 weiterhin Bestand.

 

Zwischen 1963 und 2013 - also genau nach 50 Jahren Pause - möchten wir die Tradition, die am 22.03.1922 begann, neu aufgreifen und fortsetzen.